Bericht zum Diplomflug von Max

Bericht zum 750er-Diplom – Max Heilmann (FC Kamenz)

                    Der glückliche Pilot bei der Landung


Dank der Ferien von der TU Dresden, hatte ich die Möglichkeit wieder einmal an der
Streckenflugwoche in Riesa Canitz teilzunehmen. Nach 4 Tagen tauschte ich dann den Jantar gegen
den Discus 2T von Christoph Gulich aus Pirna. Pünktlich zu dem wunderschönen Flieger schien sich
auch nutzbares Wetter einzustellen.
Tagelang überschlug sich der Wetter-Jetzt mit bunten Farben. Anfangs war es beinahe unglaublich,
dass sich endlich eine wirklich gute und großflächige nutzbare Wetterlage einstellen sollte. Die Saison
bot schließlich noch nicht ganz so viel gutes Wetter und man freute sich bis zum 23.05. schon über
jeden Start.
Doch dann kam er ja, der 23.05.. Von Arne Röpling wusste ich, dass er extra für diesen Tag von
München nach Reinsdorf fährt um den Tag zu nutzen. 2 Tage vorher war dann wirklich abzusehen,
dass der Tag richtig gut wird. Schließlich kommt es nicht allzu oft vor, dass sich die Wettermodelle
einig sind und segelfliegerfreundliches Wetter versprechen.
Am Vortag beginnen die genauen Vorbereitungen. Schlepper organisieren, der mich auch während
des Briefings nach oben zieht, genau Aufgabenstellen, wo sollte der Abflug liegen, um am Morgen
möglichst weit gleiten zu können und wie hoch sollte ich ausklinken?
Ich entschied mich für einen Abflug östlich der Elbe, in Zeithain, damit brauchte ich mich abends
nicht mehr über die Elbe und die Stadt quälen, sondern hätte den Motor nutzen können. Als
Abflughöhe entschied ich mich für 1150m AGL. Also wollte ich in etwa 1300m auskuppeln um dann
mit Vollgas über den Abflug zu gehen. Mit der Höhe sollte ich etwa bis Höhe Schwarzheide kommen
und erst dort Thermik benötigen. Als 1. Wende entschied ich mich für Mialy, mitten auf dem
„Zauberwald“, danach sollte es über bestes thermisches Gebiet nach Jüterbog gehen. Danach wollte
ich noch einmal in Richtung Osten. Die 3. Wende lag östlich Eisenhüttenstadt in Cybinka. Von dort
hatte ich dann noch etwa 120km bis Riesa vor mir.
Soweit die Theorie, und zum Glück kam dieses Mal nicht alles anders als gedacht.
Ich traf mich 6.15 Uhr zum Aufrüsten mit Sven Thomsen. Danach ging es direkt an die
Wassertankstelle und dann ab an den Start. Aufgaben programmieren und alles Abkleben und dann
stand der Discus pünktlich 7.30 Uhr fertig am Start. Dann versorgte ich mich mit frischen Brötchen
am Frühstückswagen und gönnte mir noch ein wenig Ruhe.
Seit 7.00 Uhr waren Cumuluswolken am Platz, doch hingen diese wirklich noch recht tief. Deswegen
traute ich mich auch nicht, wie geplant, 9.00 Uhr zu starten sondern verschob den Start um 20
Minuten. Schnell telefonierte ich nochmal mit Benjamin Schüch und er erläuterte mir das aktuelle
Satellitenbild, was mir nochmal Mut machte, und dann ging es los.
9.30 Uhr „RZ, Seil straff, Start!“, los geht es. Ich klinke in 1350m, deutlich über der Basis, die zu dieser
Zeit bei 850m AGL liegt. Den Abflug nehme ich wie geplant in 1150m mit Vollgas und gleite dann bis
Höhe Schwarzheide. Dort treffe ich dann auch auf brauchbares Steigen. Die Basis ist auf 1000m AGL
angestiegen. Von dort aus geht es zügig voran und ich finde mich schnell über Neuhausen wieder, wo
ich direkt über dem Vereinsheim einen super Bart mit 2,4 m/s. Der brachte mich wieder an die Basis
und es ging direkt zügig weiter. 12:46 Uhr nehme ich meine erste Wende und bin damit 14 Minuten
vor meinem Zeitplan.
Trotz der immer noch niedrigen Basis geht es im Polnischen gut voran und ich bin recht schnell
wieder in Deutschland, so dass ich schon 15:03 in Jüterbog wenden konnte. Ein Genuss war die
deutlich angestiegene Basis. Denn mittlerweile konnte ich immerhin 1700m AGL erreichen. Diese
Basis schaffte die Voraussetzung ein schnelles Vorrankommen.
16:20 Uhr erreichte ich dann schon meine letzte Wende. Immerhin über eine Stunde vor meinem
Zeitplan.
In diesem Moment war ich mir relativ sicher, dass mit dem Flug nichts mehr schief gehen kann.
Stattdessen begann ich zu rechnen, wie und wo ich meinen Flug noch verlängern könnte. Schließlich
hatte ich noch mehr als genug Wendepunkte übrig, aber sicher war, dass ich erst einmal meine
Aufgabe schließen würde, bevor ich den Flug in irgendeine Richtung verlängere.
17:44 Uhr erreichte ich dann den Endpunkt meiner Aufgabe in 700m. Dieser letzte Schenkel war
relativ entspannt, da ich bei Lübben knappe 2000m AGL erreichte.
Leider war in Riesa schon das heranziehende Tief wetterwirksam und unterdrückte relativ stark
weitere thermische Entwicklung. Also landete ich 17:50 Uhr mit 772 km auf der Uhr.
Glücklich und zufrieden stieg ich aus dem Discus und brauchte erst einmal ein paar Minuten um das
erlebte zu begreifen. 5 Minuten später hatte ich dann ein kaltes alkoholfreies Weizen in der Hand
und hoffte, dass die Deklaration funktioniert hat. Der erste Schreck kam, als ich meinen Nano Logger
auslas, er hatte erst kurz nach der 1.Wende begonnen mit zu schreiben. Doch alles war gut, als ich
das LX 7007 ausgelesen hatte und sich der Flug, samt erfolgreicher Deklaration im OLC befand. Direkt
nach dem Upload rief mich mein Bruder aus Hockenheim an und gratulierte mir.

Zusammenfassend war es ein wirklich geiler Tag. Ich hätte sicherlich noch einige Kilometer fliegen
können, wenn ich direkt nach Zieldruchflug noch einmal in den Osten geflogen wäre und bei Bedarf
einfach den Motor genutzt hätte. Aber das spielt keine Rolle mehr, denn ich habe alle fliegerischen
Bedingung für das 750km Diplom erfüllt und damit bin ich absolut glücklich.
Wichtig für diesen Erfolg, war sicherlich die Vorbereitung 2 Tage vorher. Ich wusste zu jeder Zeit im
Flug, wie ich stehe und hatte in keinem Moment Zweifel am Erfolg meines Vorhabens.
Erstaunlicherweise habe ich auch nicht nur einen Moment lang an Außenlanden oder Motorziehen
gedacht.
Ich hoffe, dass es nicht der letzte Tag dieser Art dieses Jahr war.
Ich möchte mich auch nochmal bedanken. An erster Stelle natürlich bei meiner Familie, dann bei
Christoph Gulich für den Flieger. Natürlich bei der Truppe aus Riesa Canitz, Sven Thomsen und allen
anderen Helfern am Boden. Danke auch an Dieter Eisold für den super Schlepp. Achso und natürlich
danke für den studentenfreundlichen 2,5kg Nudelrucksack.
Max Heilmann

Hier der Link zum Flug.


 

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